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Zum hundertsten Geburtstag: Vasile Lovinescu (Abd el-Qader Isa) (1905-1985) [tedesco]

Zum hundertsten Geburtstag:
Vasile Lovinescu (Abd el-Qader Isâ)
(1905-1984)


Vasile Lovinescu ist am 30. Dezember 1905 in Falticeni, im Norden der Moldau, geboren. Während die Familie seiner Mutter einer Linie transylvanischer Aristokraten entspringt, kann der väterliche Zweig sich rühmen, höhere Beamte und Offiziere zu ihm zu zählen, aber auch berühmte Intellektuelle, wie den Literaturkritiker Eugen Lovinescu (1881-1943) oder die Essayistin Monica Lovinescu (geb. 1923). Einer der beiden Brüder Vasiles, Horia Lovinescu (1917-1983) wurde als Dramaturg berühmt.
Nach dem Ersten Weltkrieg übersiedelt Vasile mit seinen Eltern nach Bukarest, wo er das Gymnasium besuchte, dann die Fakultät des Rechts, an der er im Jahr 1929 promovierte. Er tritt in den Anwaltsstand und wird Advokat des Bukarester Bürgermeisters; zur selben Zeit schreibt er für verschiedene Zeitschriften ("Viata literara", "Viata româneasca", "Adevarul literar si artistic", "Credinta", "Familia", "Azi", "Vremea" usw.), dabei zeigt er ein Interesse für die rumänische Folklore und die östlichen Traditionen, für Arthur Rimbaud und für bestimmte Gestalten der Esoterik. Seine Aufmerksamkeit wird insbesondere von Bô Yin Râ (1876-1943) (1) und Gustav Meyrink (1868-1932) angezogen.
Nachdem er im Jahr 1932 mit dem Buch Le Roi du Monde [Der König der Welt] von René Guénon Bekanntschaft macht, übersetzt er es ins Rumänische und bittet den Autor um die Erlaubnis es in mehreren Ausgaben einer von ihm geplanten Zeitschrift zu veröffentlichen. Das Projekt wird nicht realisiert, aber dies ist der Beginn einer Korrespondenz mit René Guénon, die von 1934 bis Anfang 1940 andauert.
Um eine initiatische Verbindung zum Hesychiasmus zu erhalten, die, zu jener Zeit, in Rumänien nicht möglich schien, begab sich Lovinescu im Jahr 1935 auf eine Pilgerreise zum Berg Athos, wo er zwischen dem 10. Juli und dem 3. August sich mit etwa zwanzig Mönchen traf. Um sein Ziel zu verwirklichen hätte er am Ort verbleiben und sich in einem Kloster niederlassen müssen; aber, zu jener Zeit, war dies für jemanden der nicht die griechische Staatsbürgerschaft besaß nicht möglich, dies ist der Grund warum er sein Projekt aufgeben mußte. "Aber vielleicht war diese Unerreichbarkeit des Hesychiasmus auch der Persönlichkeitsstruktur des Vasile Lovinescu geschuldet, die keine monastischen Neigungen, im gewöhnlichen Sinn des Wortes, besessen hat." (2)

Geticus, der Moqaddem des hyperboreischen Dakiens

Deswegen begab er sich, auf Anraten Guénons, im März 1936 in die Schweiz und nach Frankreich um die Initiation in den Sufismus zu erlangen. In Basel erhielt er die notwendige Vorbereitung durch Titus Burckhardt und, am 10. März, wurde er unter dem Namen Abd el-Qadr Isâ in den Islam aufgenommen; den nächsten Tag fuhr er über Paris nach Amiens, und am 13. März ist er in den Alawiyya-Orden (al-tarîqah al-´alawiyyah) von Frithjof Schuon eingeweiht worden. Den Eindruck den er von seiner Begegnung mit Schuon erhalten hat, ist auf einer Seite seines Tagebuchs festgehalten: "Singulär, fatal, irgendetwas lastet auf ihm. Weltfremd und verletzlich."
Zurück aus Amiens, wo er drei Tage blieb, besucht er den Louvre und notiert: "Seltsam, kalt. Kolossal angehäufte psychische Struktur. Ganz entschieden, die Trennung von der Welt ist deutlich." Nach einem Aufenthalt von zehn Tagen in Basel ist er am 1. April zurück in Bukarest.
Am 9. Mai erhält er die Nummer 196 der Études traditionelles, mit der seine Serie von Aufsätzen unter dem Titel La Dacie hyperboréenne [Das hyperboreische Dakien], unterzeichnet mit dem Pseudonym "Geticus", zu erscheinen beginnen. Sie stammen aus einem Werk der Heilsgeschichte und der sakralen Geographie, die Lovinescu nach seiner Rückkehr vom Athos zu schreiben begonnen und auf der Reise nach Amiens beendet hatte. La Dacie hyperboréenne, das in den Études traditionelles in den Jahren 1936 und 1937 (3) erschienen ist, ist erst fünfzig Jahre später auf Resonanz gestoßen. Tatsächlich waren es die italienische Ausgabe von 1984 (4) und die französische Ausgabe von 1987 (5) , die Vintila Horia veranlaßten von seinem "bewundernden Staunen" zu sprechen (6); in Rumänien lenkte der Akademiker Virgil Cândea die Aufmerksamkeit auf das Bild des archaischen Dakiens, wie es von "B. P. Hasdeu, Nicolae Densusianu, Mihail Sadoveanu, Matila Ghyka, Mircea Eliade, Mihai Vâlsan, Mihai Avramescu, Vasile (und gleichfalls Horia) Lovinescu, Nichita Stanescu, um nur die verstorbenen Autoren, die die philosophia perennis mit unterschiedlichen Mitteln, Ambitionen und Ergebnissen gepflegt haben" (7), entworfen wird. Die französische Ausgabe des Jahres 1087 weckte insbesondere das Interesse von Forschern wie Charles Ridoux oder Paul-Georges Sansonetti (geb. 1945); letzterer, Schüler von Henry Corbin und Gilbert Durand, hielten an der Sorbonne, im Rahmen der École pratique des hautes études (EPHE), einen Kurs über das "hyperboreische Dakien" ab. In Rumänien erschien diese Studie von Lovinescu erst 1994.
1938 traf Lovinescu Julius Evola, dessen Ankunft in der rumänischen Hauptstadt ihm durch einen Brief Guénons vom 29. Januar angekündigt worden war. (8). Bis zu diesem Tag war Lovinescu, neben Mircea Eliade, Marcel Avramescu (1895-1961) und dem Philosophen und Poeten Lucian Blaga (1895-1961), der einzige der in Rumänien das Werk Evolas erwähnt hatte. In einem Artikel des Jahres 1934 äußerte sich Lovinescu in kritischer Weise in Hinsicht auf Evola, er meinte daß es diesem "nicht gelungen ist, die virile und mysteriöse Bedeutung des Christentums zu entdecken, ihm erscheint dieses in der nietzscheanischen Perspektive als weich, passiv, schwach, 'eine Religion der Sklaven', die Rache an Rom genommen haben." (9) Aber in einem anderen Artikel hat der Moldauer Autor Bezug genommen auf die von Evola herausgegebene Zeitschrift Krur und dabei seine Bewunderung für den unpersönlichen Stil ausgedrückt, der charakteristisch für diese Initiative war: "Die Vornehmheit besteht vor allem in der Tatsache daß alle Artikel, die in der Zeitschrift veröffentlicht werden, nicht unterzeichnet sind; auf diese Weise stellt sich die Wahrung der Anonymität offen gegen den weltlichen Strom der Parvenu-Geisteshaltung, der Eitelkeit und der Hysterie." (10)
Was das hauptsächliche Ziel von Evolas Reise nach Rumänien betrifft, das darin bestand, Corneliu Zelea Codreanu (1899-1938), den Kapitän der Legionärsbewegung zu treffen, so muß man festzustellen, daß sich Lovinescu diesbezüglich im wesentlichen in Übereinstimmung mit dem italienischen Besucher befand. Lovinescu hat niemals seine Verachtung für den Liberalismus und die Demokratie versteckt, insbesondere in Serie von Artikeln, die in Vremea zwischen 1933 und 1936 erschienen sind: "Es erklärt sich die französische Dekadenz aus der Revolution von 1789. (...) es stellt alle Laster einer parlamentarischen Demokratie, der wahrhaftigen Autorität beraubt, bloß." (11) Grundsätzlich einer Alternative aristokratischen Typs zugeneigt, sah Lovinescu nichtsdestoweniger gewisse positive Möglichkeiten in der nationalsozialistischen Revolution: "Deutschland ist in eine Art heiliges, orphisches Delirium getreten, das zu Ungleichgewicht führen kann, aber genauso zu einem neuen spirituellen Leben." (12) Er erscheint in Übereinstimmung mit Keyserling, wenn jener "in der tellurischen Revolution des Nationalsozialismus die Garantie einer Wiedergeburt der alten germanischen Werte sieht, die in der Flut der Demokratie verloren gegangen waren." (13)
Was die Legionärsbewegung im besonderen betrifft, so betrachtete Lovinescu sie als möglichen Träger einer traditionellen Restauration (14), einer "shivaitischen Restauration", um seinen charakteristischen Ausdruck zu wiederholen (15). Auch in der Nachkriegszeit hat Lovinescu dem, der ihn nach seiner Meinung über die Legionärsbewegung befragte, sein positives Urteil bestätigt. Im Jahr 1971, beispielsweise, stellte ihm Vlad Protopopescu eine Frage dieser Art. "Ich hätte nicht gewagt ihm diese Frage zu stellen", schreibt jener, "wenn ich nicht mit Sicherheit gewußt hätte, daß er ein Sympathisant der Legionäre gewesen ist, daß er in der Zeit der "Legionärsdiktatur" unter Antonescu Bürgermeister von Falticeni gewesen ist, und daß sein Bruder Horia, der sehr bekannte Dramaturg, ein (berüchtigter) Legionär gewesen ist. (...) Also gut, er antwortete mir (mit einer gewissen Emotion in der Stimme) und Gott ist mein Zeuge: 'Das ist eine solch rumänische Sache gewesen ... es gibt keinen tieferen Ausdruck der rumänischen Seele.'" (16) Es ist daher wahrscheinlich daß es genau Lovinescu war, der, durch die Vermittlung seines Bruders Horia, für Evola die Begegnung mit dem Kapitän eingerichtet hat, wenn dies natürlich auch nicht ein Eingreifen Eliades ausschließt. Im übrigen hat Evola selbst die Mehrzahl verwendet, als er in der Folge von "rumänischen Freunden, die unser Treffen gefördert haben" (17) gesprochen hat.
Im Juli des Jahres 1939 unternahm Lovinescu eine neue Reise nach Frankreich, wo er neben Schuon und anderen Vertretern des Alawiyya-Ordens Mihail Vâlsan traf, den Moqaddem für das französische Territorium; Vasile Lovinescu füllte eine analoge Funktion für Rumänien und den Balkan aus. Im selben Jahr erschien in den Études traditionelles der letzte Artikel, den Lovinescu vor dem Krieg veröffentlichte.
Die Praxis des Dhikr, das Studium des Koran und der Doktrin haben ihn nicht gehindert, Bürgermeister von Falticeni zu werden, während der Periode in der die Eiserne Garde die Macht mit Antonescu teilte [vom 14. September 1940 bis zum 20. Januar 1941]. Aufgrund einer starken Kurzsichtigkeit ausgemustert, lebte er während des Krieges zwischen Falticeni und Bukarest, dann ließ er sich in Bukarest nieder und heiratete Steliana Victoria Paunescu. Im übrigen wurde seine Wohnung in Falticeni während der sowjetischen Okkupation verwüstet und seine Bibliothek wurde zerstreut.

Die Bruderschaft von Hyperion

Lovinescu kehrte nichts desto weniger im Verlauf der fünfziger Jahre regelmäßig in seine Geburtsstadt zurück. Monsignore Antoine Plamadeala, der orthodoxe Metropolit von Sibiu und Transylvanien, hat vor ein paar Jahren seine Begegnungen mit dem Schriftsteller in der Umgebung von Falticeni in Erinnerung gebracht (18):
"Vasile Lovinescu kannte ich seit Beginn der fünfziger Jahre, als er einen guten Teil seiner Zeit in Falticeni verbracht hat, der Stadt in der die Lovinescus neben anderen Orten wohnhaft waren. Er liebte es zu wandern. Nur von einem Stock begleitet, den er auf dem Weg gefunden hat, kam er zu Fuß um mich zu sehen, von Râsca nach Petru Rares oder von Slatina nach Lapusneanu, (es handelt sich um die Namen von Klöstern, C.M.) und die Entfernungen waren nicht zu vernachlässigen (25-35 km), speziell für jemanden wie ihn, für den der Raum immer innen war. (...) Ich glaube daß er auch die Natur mit ganz anderen Augen betrachtete als die gewöhnlichen Leute. Seine Ekstasen waren intellektuell (...). Sich gründlich auf der Grundlage einer ebenso lebendigen wie tiefen Kultur gebildet zu haben - und auch gründlich verbildet, sagen manche - suchte er in jeder Sache und in allem verborgene Bedeutungen, nur daran erfreute er sich und war glücklich. (...) Wir sind häufig über den Fluß zum See von Râsca am Waldrand spazieren gegangen, oder auf der langen Straße von Slatina, von Tannen umrandet, und er stellte mich ohne Unterbrechung Fragen. Es war nur eine Frage in ständiger Entwicklung. (...) Weil ich ein junger Theologe war, prüfte er mich auf meinem Studiengebiet und, mit einer gewissen Diskretion, erkundete er ebenfalls meine Kenntnisse in Bezug auf andere Religionen. Er wußte nicht daß ich auf dem Laufenden war über seine orientalische Orientierungen und auch - so hatte es den Anschein - über seinen Übertritt zum Islam, seine Sympathien für René Guénon; und ich selbst gab mir nicht den Anschein daß ich das alles weiß. (...) Die Theologen haben René Guénon immer mit Mißtrauen und als der Häresie verdächtigt betrachtet, um nicht mehr zu sagen. Sie haben das selbe mit Rudolf Steiner getan, wenn auch nicht aus genau den selben Gründen. Für Vasile Lovinescu ist René Guénon wahrscheinlich bis zum letzten Augenblick eine Autorität gewesen. Er war seine Quelle der Initiation. (...) Es tut mir leid, daß Vasile Lovinescu in der anderen Welt sein wird. Im Augenblick, wenn wir noch auf der Straße zum Kloster Slatina oder nahe dem See des Klosters Râsca spazieren gehen würden, immer in der Umgebung von Falticeni, wäre ich es der ohne Unterlaß die Fragen stellen würde!"
In den Nachkriegsjahren ist die bescheidene Bukarester Unterkunft Lovinescus in der Straße Th. Aman der Sitz (die Zaouïa) der rituellen Zusammenkünfte der Sufigruppe, die er selbst während der vierziger Jahre leitet; es sind sieben oder acht Personen, von denen einer, Dr. Mayer es unternimmt die Gesamtheit des koranischen Texts auswendig zu lernen. Lovinescu setzt seine Beziehungen mit Schuon und mit Burckhardt fort, in der Folge des Bruches zwischen Schuon und Guénon, entscheidet er sich, Vâlsan in den "guénonischen" und islamisch-orthodoxen Zweig der Tariqah zu folgen. [Siehe hierzu: Claudio Mutti, Michel Vâlsan – Abd al-Azîz Mustafâ, Kshatriya-Rundbrief, Nr. 14, 2004.] Im Jahre 1958, "aufgrund der Isolierung und der Feindseligkeit des umgebenden Milieus" (19) löst sich die Gruppe auf.
Im selben Jahr bildet Lovinescu einen Kreis für traditionelle Studien, den er in der Folge selbst als "Bruderschaft von Hyperion" bezeichnet. Jede Woche, außer in den Sommermonaten, während sich Lovinescu nach Falticeni zurückzieht, versammeln sich einige Personen, die am Studium der traditionellen Doktrinen interessiert sind, im Haus der Dichterin Lucretia Andriu (1913-1964). "Diese Insel der spirituellen Freiheit existierte kontinuierlich in dieser Weise in der Anonymität und um zu "arbeiten" trotz der feindlichen und bedrohlichen Umgebung, stark polarisiert durch die intellektuelle Präsenz Lovinescus. Die Basis der Studien und Meditationen bildete das Werk R. Guénons." (20) Dem anfänglichen Kern, gebildet von Lovinescu, von L. Andriu und von Florin Mihaescu (geb. 1923) (21), gesellten sich der Dichter Radu Vasiliu (1923-1990) (22) und seine Gattin Margareta (1945-1996), Roxana Cristian (geb. 1938) (23), Viorica Mosinschi (1913-1980), Mariana Veleanu (1922-1975) hinzu. Der Tod von Lucretia Andriu unterbrach nicht die Aktivitäten der "Brüderschaft von Hyperion", die sich weiterhin regelmäßig im Haus von Florin Mihaescu und an anderen Orten trafen, bis zum Jahr 1980, in dem sich Lovinescu endgültig nach Falticeni zurückgezogen hat.

"Schreiben war für ihn wie beten."

Lovinescu begann im Jahr 1964 wieder zu schreiben. Er trug auf dem Papier kurze Meditationen ein, zunächst in aufsteigender Folge numeriert, dann, beginnend mit dem 1. Januar 1965, gab er für jeden Eintrag das entsprechende Datum an. Ein veritables spirituelles Tagebuch, das bis in die ersten Tage des Jahres 1967 fortgeführt wurde, nahm auf diese Weise Gestalt an. (24) 1969 schlug ihm der Literaturkritiker Eugen Simion (geb. 1933) vor den Symbolismus von Craii de Curtea Veche (Der Prinz von Curtea Veche) zu entschlüsseln, einem kurzen Roman von Mateiu I. Caragiale (1885-1936), Sohn des Dramaturgen Ion Luca Caragiale (1852-1912). So entstand Al patrulea hagialîc (Die vierte Pilgerreise), eine "nächtliche Exegese", die Lovinescu ideell an das zentrale Thema von La Dacie hyperboréenne angelehnt hat: "In Erinnerung an den Heraldiker Mateiu Caragiale will ich an den Anfang dieses Buches die Hieroglyphe des Steinbocks, über einem Schild, in einem dunkelblauen Feld, auf dem die sieben Sterne des 'getischen Pols' ausgebreitet sind, stellen. Wenn ein Werk der Vorwand für eine Meditation ist, dann ist keine Hommage übertrieben." (25) Zusätzlich zur Hieroglyphe des Steinbocks richtet Lovinescu die Aufmerksamkeit des Lesers auch auf das polare Symbol par excellence, die "höchste Hieroglyphe" (26) der Swastika: "Das Geheimnis der Swastika ist so bedeutend, weil das letzte Geheimnis des 'Prinzen' sich mit ihr verbindet, dies werden wir ausführlich erklären, wir beziehen uns dabei vor allem auf René Guénon, den souveränen Interpreten der Esoterik." (27) Häufig finden sich tatsächlich in Al patrulea hagialîc die Rückverweise auf Guénon, aber auch auf Evola und auf Coomaraswamy. Bevor es in einem Band im Jahr 1981 offiziell publiziert wurde, ist Al patrulea hagialîc bei den Treffen des von Lovinescu geleiteten Kreises gelesen wurde und zirkulierte in der Form von maschinegeschriebenen Exemplaren; der Essay erschien in einer zusammengefassten Form 1970 in der Zeitschrift România literara. Mircea Eliade hat diese Skizze gelesen und an den Autor geschrieben: "Es fällt mir schwer diese symbolische Interpretation zu akzeptieren, die sie vom Prinzen vorschlagen, aber die Lektüre Ihres Textes ist faszinierend." (28)
Anfänglich für den internen Gebrauch der Gruppe bestimmt ist auch Creanga si Creanga de aur (Creanga und der goldene Zweig)(29), zwischen 1964 und 1972 abgefaßt, erschien es nach dem Tod des Autors. Lovinescu wiederholt und entwickelt hier die Arbeit der symbolischen Exegese der Fabeln von Ion Creanga (1837-1889), die er in den letzten Kapiteln von La Dacie hyperboréenne unternommen hat. Diese neue Studie, in der René Guénon der am häufigsten zitierte Autor ist, nimmt gleichfalls die Überlegungen über die Folklore zum Ausgangspunkt, die in dem Artikel über den "Heiligen Gral" enthalten sind, Überlegungen die in extenso auf den ersten Seiten des Werks reproduziert werden. Die Exegese von Ivan Turbinca, die in der ersten Ausgabe enthalten war, ist eliminiert, da der Protagonist dieser Erzählung ein russischer Soldat ist, der in negativer Weise geschildert wird; sie findet jedoch ihren Platz in einem posthumen, der Interpretation des Symbolismus der Fabeln und volkstümlichen Balladen gewidmeten, Band. (30)
In den Jahren zwischen 1970 und 1976 publizierte Lovinescu in România literara und in Orizont. Er arbeitete in der selben Zeit an Columna Traiana (Die Trajanssäule) (31). Seinen Ausgang von der Gestalt des Imperators nehmend, der Dakien erobert hat, entwickelt die Studie das Thema der imperialen Funktion, in der spirituelle Autorität und weltliche Macht ihre Synthese verwirklichen, und geht mit einem Kapitel über die imperiale Idee Dantes und über den ghibellinischen Symbolismus der Göttlichen Komödie zu Ende. Lovinescu beschäftigt sich insbesondere mit der Synergie und dem Antagonismus, der das Verhältnis zwischen dem imperialen "Messianismus" und dem christlichen Messianismus kennzeichnet; aber seine Ausführungen erreichen ihre größte Tiefe dort wo diese entscheidende Frage formuliert und erörtert wird: ist eine Wiedergeburt der antiken Tradition, deren berühmtester Wortführer der Virgil gewesen ist, nicht möglich? In anderen Worten: warum hat eine Offenbarung, von dem semitischen Kulturkreis aus, sich auf einen großen Teil der Menschheit ausgebreitet?
La Dacie hyperboréenne und Columna Traiana bilden, zusammen mit Ciubar Voda (Prinz Kübel) (32) einen wirklichen Triptychon über die dako-rumänische Heilsgeschichte. Ciubar Voda betrifft in der Tat eine gleichnamige geschichtliche Persönlichkeit mit schlecht definierten Umrissen, einen Prinz des 15. Jahrhunderts, der, Lovinescu zufolge, eine moldauische Version des "Gralskönig" darstellt. Vasile Alecsandri (1818-1890), der, Lovinescu zufolge, "im Namen einer geheimen Tradition gesprochen hat" (33), ist als Autor eines Dramas bekannt in dem der wirkliche Protagonist, Ciubar Voda, "in sich das gemeinsame Prinzip der beiden Mächte darstellt und zusammenfaßt, der königlichen und der priesterlichen. Er ist ein Priesterkönig, ein Magierkönig" (34), der schlußendlich den König der Welt repräsentiert.
Etwa dreißig kurze Texte, die von Lovinescu während dieser Jahre redigiert worden waren, sind nach dem Tod des Autors in verschiedenen Bänden zusammengestellt worden. (35) Die Materialien, die der Hermeneutik Lovinescus unterworfen werden stammen aus der religiösen Tradition, der Mythologie, der Literatur, des Theaters, der Philosophie, der Ethnographie, der Geschichte und der Heraldik.
"Warum hat Vasile Lovinescu so viel geschrieben?" hat ein Literaturkritiker gefragt und darauf eine Antwort skizziert: "Wenn die Zeichen, wie es die Sufitexte sagen, die äußerlichen Ausdrücke einer göttlichen Arabeske sind (...); wenn, mit dem Zuendegehen des Zyklus der Manifestation früher oder später das Universum mit dem Wirklichen verschmilzt und die Einheit wiederhergestellt werden muß, dann ist es klar, daß der Eingeweihte diese Union beschleunigen kann. Er kann dies im Schreiben machen: durch die Erschaffung, in anderen Worten, eines spirituellen Alphabets nach dem Maß der kosmischen Fibel, von der ausgehend Gott, Buchstabe für Buchstabe, die Wörter in die Welt gesandt hat..." (36) Tatsache ist, daß für Lovinescu die Niederschrift eine rituelle Handlung gewesen ist: "Er schrieb auf den Knien, in orientalischer Haltung. Schreiben war im übrigen für ihn wie beten." (37) Dies haben jene berichten, die die Gelegenheit hatten ihn zu besuchen; und dies ist wie seine letzten Jahre, als er sich nach 1980 endgültig in das Haus seiner Vorfahren in der Moldau zurückgezogen hat, beschrieben wird: "Zwischen den Meditationen im Einsiedler-Zimmer, von einer großen Einfachheit und Vornehmheit, und den Spazier/Pilgergängen, manchmal von Freunden begleitet, führte der Schriftsteller ein einfaches Leben, gleichsam asketisch." (38)
Doch während dieser letzten Jahre, während denen er sporadisch in den Pagini Bucovinene , der Beilage der Zeitschrift Convorbiri literare, veröffentlichte , ist er unter der diskreten Kontrolle von Seiten des Sicherheitsdienstes. In einem Dokument, "strict secret" (streng vertraulich), vom 3. Juni 1983, schreibt ein Funktionär der Securitate: "Wir berichten was das Objekt der Überwachung von unserer Seite der wohlbekannte LOVINESCU VASILE aus Falticeni, Str. Sucevei 91, Cousin von MONICA LOVINESCU verstorben in Paris macht." (39) Ein anderes Dokument, ebenfalls "streng vertraulich", das über die Kontakte von Lovinescu mit Gelu Voican Voiculescu informiert, zitiert den "französischen Autor RENE EVENON" (40) (eine originelle Synthese aus Evola und Guénon?) und kündigt die Publikation eines neuen Buches von Lovinescu in der Cartea Româneasca an. Es handelt sich um Creanga si Creanga de aur, das sechs Jahre später erscheinen wird.
Lovinescu stirbt am 14. Juli 1984, das heißt, wie Dan Stanca feststellt, am "Tag der französischen Revolution! (...) dem Tag des profansten Ereignisses der Geschichte (...) dem Tag, den er in der schärfsten Weise gebrandmarkt hat!" (41) Florin Mihaescu weist seinerseits auf eine andere Koinzidenz hin, "eine dieser bedeutsamen Übereinstimmungen, die nur das Schicksal bereithalten kann" (42): zu demselben Zeitpunkt als die Bekanntheit des Werks von Lovinescu in Europa dank der italienischen Ausgabe von La Dacie hyperboréenne einen entscheidenden Impuls erhalten hat, die eine für ein halbes Jahrhundert "verborgen" gebliebene Studie wieder an den Tag brachte.

(Auszug aus: Claudio Mutti, Eliade, Vâlsan, Geticus e gli altri. La Fortuna di Guénon tra i Romeni, Parma: Edizioni all'insegna del Veltro, 1999; bzw. Claudio Mutti, La Grande influence de René Guénon en Roumanie, Saint-Genis-Laval: Akribeia, 2002.)


(1) In einem Brief vom 13. Juni 1949 schreibt René Guénon an Julius Evola: "es gibt bei Bô Yin Râ sicherlich ein Teil von Scharlatanerie und Mystifikation, aber es gibt ganz und gar auch etwas anderes, denn er war mit einer besonders einzigartigen Organisation verbunden, deren Sitz in irgendeinem Teil von Turkestan liegt und eine Art von mehr oder weniger [von der Orthodoxie] abgewichenen Tantra darstellt." (Julius Evola, La mia correspondenza con Guénon, La Destra, Jg. 2, Nr. 3, März 1972 [dt. Meine Korrespondenz mit Guénon, in: Über das Initiatische, Sinzheim: AAGW, 1998]). [Zu Bô Yin Râ siehe jetzt vor allem: Alexandre de Dánann, Un envoyé de la loge blanche: Bô Yin Râ. De la Taychou Marou au Grand Orient de Patmos. Milano: Arché, 2004.]
(2) Vasile Lovinescu si functiunea traditionala (Vasile Lovinescu und die traditionelle Funktion), hg. von Florin Mihaescu und Roxana Cristian, Bukarest: Rosmarin, 1998, S. 13.
(3) Geticus, La Dacie hyperboréenne, "Études traditionelles", Nr. 196, 198, 206-207, 209, 214, 215.
(4) Geticus, La Dacia iperborea, hg. von C. Mutti, Parma: Edizioni all'insegna del Veltro, 1984.
(5) Geticus, La Dacie hyperboréenne, Introduction de C. Mutti, Puiseaux: Pardès, 1987.
(6) Florin Mihaescu, Vorwort zu: Vasile Lovinescu, Dacia hiperboreana, Bukarest: Rosmarin, 1994, S. 7. Diese erste rumänische Ausgabe von La Dacie hyperboréenne war schnell vergriffen, so daß schon 1996 eine zweite Ausgabe erschienen ist, ebenfalls im Verlag Rosmarin.
(7) Virgil Cândea, Viziuni ale Daciei arhaice în perspectiva istoriei ideilor (Visionen des archaischen Dakiens in ideengeschichtlicher Perspektive), "Viata Românasca", Nr. 2 und 3, Februar und März 1990, S. 40-50 und 106-115. Manche der von Prof. Cândea genannten Autoren sind dem Leser bekannt; was Bogdan Petriceiu Hadeu (1838-1907), Mihail Sadoveanu (1880-1961) und Nichita Stanescu (1933-1983) betrifft, so verweisen wir diesbezüglich auf: Gino Lupi, La letteratura romena, Florenz/Mailand: Sansoni-Accademia, 1968, S. 133-137; M. Sadoveanu, L´osteria di Ancutza, Francavilla: Ed. Paoline, 1965, und ders., La scure, Francavilla: Ed. Paoline, 1965; N. Stanescu, Undici elegie, hg. von Marin Mincu, Mailand: Scheiwiller, 1987. Was Nicolae Densusianu (1846-1911) betrifft, so finden wir keine Referenzen in den westlichen Sprachen. Er ist der Autor von Dacia preistorica, Bukarest: Institutul de Arte Grafice Carol Göbl, 1913 (2. Ausg., mit einer einführenden Studie und Bemerkungen von Manole Neagoe, Bukarest: Editura Meridiane, 1986), ein monumentales Werk, dem Vasile Lovinescu zahlreiche Elemente für sein Dacie hyperboréenne entnommen hat. [Das Werk ist inzwischen zu ungefähr einem Drittel ins Englische übersetzt worden: Nicolae Densusianu, Prehistoric Dacia (I-XVI), Übersetzt von Alexandra Ioana Furdui; http://www.dacia.org/densusianu/pd.pdf ]
(8) "Evola schreibt mir, daß er zweifellos bald nach Bukarest kommen wird und fragt mich um die Angabe der Personen die er treffen könnte. Ich weiß nur Sie und Hr. Vâl.(san) und ich hoffe, daß Sie nichts dagegen haben, daß ich ihm Ihre Anschrift gebe, damit er eine Vereinbarung treffen kann (ich gebe ihm alle beide, für den Fall daß einer von ihnen abwesend ist)": René Guénon, Brief an Vasile Lovinescu, Kairo, 29. Januar 1938. Photokopie des Originals in unserem Archiv. Über die Treffen Evolas in Bukarest, vgl. C. Mutti, Julius Evola sul fronte dell´Est, Parma: Edizioni all'insegna del Veltro, 1998. [fr.: C. Mutti, La Grande Influence de René Guénon en Roumanie, suivi de Julius Evola en Europe de l´Est, Saint-Genis-Laval: Éditions Akribeia, 2002.
(9) Dan Stanca, Contemplatorul solitar. Introducere în opera lui Vasile Lovinescu, Iasi: Institutul European, 1997, S. 29. Der Artikel von Lovinescu, der von D. Stanca zitiert wird, ist: Mistica fascismului (Die Mystik des Faschismus), Vremea, 14. Januar 1934.
(10) Dan Stanca, a.a.O., S. 30. Der Artikel von Lovinescu ist O noua rasa de stapâni (Eine neue Herrenrasse), Vremea, 18. Februar 1934.
(11) Dan Stanca, a.a.O., S. 40-42.
(12) Vasile Lovinescu, Sufletul german (Die germanische Seele), Vremea, 12. Februar 1934.
(13) Ders., Responsabilitatae spiritului (Die Verantwortlichkeit des Geistes), Vremea, 30. September 1934.
(14) René Guénon, Brief an Vasile Lovinescu, Kairo, 14. Juli 1937.
(15) Ders., Brief an Vasile Lovinescu, Kairo, 28.8.1936.
(16) Vlad Protopopescu, Stefan Voda al Moldovei fost-a pe la noi prin munti... (Stefan Voda von der Moldau bei uns, in unseren Bergen...), Puncte Cardinale, Nr. 8 (80), August 1997, S. 13.
(17) J. Evola, Nella tormenta romena: voce d´oltretomba (In dem rumänischen Sturm: Stimme aus dem Jenseits), Quadrivio, 11. Dezember 1938; jetzt in: J. Evola, La tragedia della Guardia di Ferro (Die Tragödie der Eisernen Garde), Quaderini di testi evoliani, Nr. 29, Rom: Fondazione Julius Evola, 1996. [Eine Behandlung dieser Frage, mit starken Argumenten für eine Beteiligung Eliades am Zustandekommen des Treffens Evolas mit Codreanu, findet sich bei H. T. Hansen, Mircea Eliade, Julius Evola und die Integrale Tradition, in: Julius Evola, Über das Initiatische, a.a.O.]
(18) Antoine Plamedeala, De la Gherman din Dacia Pontica, Nicolaus Olahus si Cazania lui Varlaam la Inocentiu Micu, Ion Creanga si Gh. Lazar, Sibiu 1997, S. 114-117.
(19) Florin Mihaescu, Viata si opera (Leben und Werk), Caiete Critice, Nr. 9-11, 1994, S. 29.
(20) Ebd.
(21) Als Verfasser von Vorworten oder als Übersetzer hat Florin Mihaescu seinen Namen mit den drei ersten in Rumänien publizierten Büchern von René Guénon verbunden: Criza lumii moderne (Die Krise der modernen Welt), Übers. Anca Manolescu, Vorw. Florin Mihaescu und Anca Manolescu, Bukarest: Humanitas, 1993; Regele lumii (Der König der Welt), Übers. Roxana Cristian und Florin Mihaescu, Bukarest: Rosmarin, 1994; Domnia cantitatii si semnele vremurilor (Die Herrschaft der Quantität und die Zeichen der Zeit), Übers. Florin Mihaescu und Dan Stanca, Bukarest: Humanitas, 1995. Florin Mihaescu hat zahlreiche Artikel und Essays über die Themen der traditionellen Doktrin in verschiedenen Publikationen veröffentlicht: Lumea Crestina, Cotidianul-LAI, Luceafarul, Steaua, Convorbiri Literare, usw. Er ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift für orthodoxe Studien Ratiunea Mistica. Er hat im Jahr 1994 das Verlagshaus Rosmarin gegründet, wo auch einige seiner Texte erschienen sind: Minima Spiritualia (mit Roxana Cristian), 1995, Hamlet, Printul melancoliei (Hamlet, der melancholische Prinz), 1997, und Shakespeare si teatrul initiatic (Shakespeare und das initiatische Theater), 1998. Diese beiden letztgenannten Werke sind das Ergebnis einer Forschung über die traditionelle Symbolik in den Tragödien Shakespeares, die der Autor unter der Anleitung von Vasile Lovinescu unternommen hat. Im Italienischen siehe Florin Mihaescu, Mircea Eliade e René Guénon, Origini (Spezialausgabe über Mircea Eliade, zusammengestellt von Claudio Mutti), März 1997. In Frankreich hat Florin Mihaescu bei Connaissance des religions mitgearbeitet, indem er zwei Texte von Vasile Lovinescu übersetzt hat: Le mythe sous le ciel des étoiles fixes (Der Mythos unter dem Fixsternhimmel), Nr. 51-52, Juli-Dezember 1997, S. 129 f., und Une icône roumaine de l´Archange Michel (Eine rumänische Ikone des Erzengels Michael), Nr. 55-56, Juli-Dezember 1998, S. 73-83. Er hat ebenfalls einen Artikel über René Guénon, Frithjof Schuon Vasile Lovinescu et la initiation für die Spezialnummer Frithjof Schuon 1907-1998. Études et témoignages, 1999, S. 195-201, der gleichen Zeitschrift verfaßt.
(22) Als Chefredakteur der Fernsehprogramme wurde Radu Vasiliu im Jahr 1958 infolge einer Denunziation entlassen, er war daraufhin gezwungen sein Geld als Hilfsarbeiter in einer Zementfabrik zu verdienen. 1965 rehabilitiert, übte er die Tätigkeit des Journalisten bis zum Jahr 1983 aus. Er war fruchtbarer Verfasser von Gedichten (Sonette und Hai-ku) traditioneller Inspiration; siehe beispielsweise seine Sammlung von Sonetten Cupa si sageata (Der Schnitt und das Fleisch), Bukarest: Cartea Româneasca, 1973. Er hat Essays und Theaterstücke geschrieben. Unter den letzteren erwähnen wir Jocul de Sah (Das Schachspiel), Bukarest: Rosmarin, 1995, nicht nur weil es die traditionelle Orientierung des Autors deutlich wiedergibt, sondern ebenfalls weil ein poetischer Abschnitt dieses Werks Horia Lovinescu die Idee für sein berühmtes Drama Jocul vietii si al mortii în desertul de cenusa (Das Spiel des Lebens und des Todes in der Aschenwüste) der eingegeben hat. Von Radu Vasiliu ist nach seinem Tod Insemnari despre basme (Bemerkungen über die Fabeln), Bukarest: Rosmarin, 2000, erschienen, eine Interpretation der rumänischen Fabeln, unternommen in den Fußstapfen der Hermeneutik Lovinescus; die Zitate von Guénon sind zahlreich.
(23) Verfasserin (zusammen mit Florin Mihaescu) von Minima Spiritualia, a.a.O., und von Vasile Lovinescu si functiunea traditionala, a.a.O., außerdem hat sie zahlreiche Artikel in Lumea Crestina, Cotidianul-LAI, Ratiunea Mistica, usw. verfaßt. Ein Teil ihrer umfangreichen Korrespondenz mit Vasile Lovinescu wurde veröffentlicht in: V. Lovinescu, Scrisori crepusculare (Dämmrige Briefe), hg. von Florin Mihaescu und Roxana Crestina, Bukarest: Rosmarin, 1995. Sie hat zusammen mit Florin Mihaescu das Verlagshaus Rosmarin gegründet.
(24) Die ersten Seiten des "Tagebuchs" von Lovinescu, bestehend aus ungefähr siebzig Auszügen, sind unter dem Titel O experienta inititatica. Pagini di jurnal (Eine initiatische Erfahrung. Tagebuchseiten), Caiete Critice, Nr. 9-11, 1994, S. 42-52 erschienen. Auszüge, laufend vom 6. Oktober 1966 bis zum 9. Januar 1967 sind erschienen in: V. Lovinescu, Jurnal alchimic (Alchemistisches Tagebuch), hg. von Roxana Cristian und Florin Mihaescu, Iasi: Institutul European, 1994; die Auszüge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1965 finden sich in: V. Lovinescu, Insemnari initiatice (Initiatische Notizen), hg. von Roxana Cristian und Florin Mihaescu, Bukarest: Rosmarin, 1996. Ein Ausschnitt des Jurnal alchimic (26. Oktober 1966) wurde vorabgedruckt in dem Periodikum Criterion (Neue Serie), Nr. 3, 1990; andere Fragmente erschienen in Caiete Critice, Nr. 2 (39), 1991, und in Cotidianul-LAI, 21. Juni 1993. Andere Aperçus spirituellen Charakters wurden in dem Band Meditatii, Simboluri, Rituri (Meditationen, Symbolen, Riten), hg. von Roxana Cristian und Florin Mihaescu, Bukarest: Rosmarin, 1997, zusammengestellt. Schließlich noch die bereits zitierten Briefe, Scrisori crepusculare, a.a.O..
(25) Vasile Lovinescu, Al patrulea hagialîc. Exegeza nocturna a Crailor de Curtea Veche (Die vierte Pilgerreise. Nächtliche Exegese des Prinzen von Curtea Veche), Bukarest: Cartea Româneasca, 1981, 1. Ausg. S. 7. Eine zweite Ausgabe ist 1996 bei Rosmarin, Bukarest erschienen.
(26) Vasile Lovinescu, Al patrulea hagialîc, a.a.O., S. 77.
(27) Ebd., S. 78.
(28) Mircea Eliade, Brief an Vasile Lovinescu, 7. November 1970, in Caiete Critice, Nr. 9-11, 1994, S. 56 f.
(29) Vasile Lovinescu, Creanga si Creanga de aur, Bukarest: Cartea Româneasca, 1989.
(30) Ders., Interpretarea ezoterica a unor basme si balade populare românesti (Esoterische Interpretation einiger rumänischer Fabeln und volkstümlichen Balladen), Bukarest: Cartea Româneasca, 1993.
(31) Diese Studie erschien nach seinem Tod in italienischer Übersetzung: Vasile Lovinescu (Geticus), La Colonna Traiana, Parma: Edizioni all'insegna del Veltro, 1995; dem Text Lovinescus ist eine "Einführende Anmerkungen" des Theologen Mircea Remus Birtz vorangestellt, der die Aktivität des Autors in dem Panorama der esoterischen Formen der rumänischen Tradition verortet, und wird von einem Text von mir selbst über "Das Leben und die Bücher Vasile Lovinescus" begleitet. Die rumänische Ausgabe dieses Essays von Lovinescu erschien in den siebziger Jahren in einem Band mit dem Titel O icoana crestina pe Columna Traiana (glose asupra melancoliei) (Eine christliche Ikone über die Trajanssäule (Glossen über die Melancholie)), Bukarest: Cartea Româneasca, 1996. Der Text, der dem Buch seinen Titel gegeben hat, nimmt die zweite Hälfte dieses Bandes ein, während der erste Teil aus einer Serie von Studien über die rumänische Folklore besteht. Ein Auszug aus Columna Traiana ist unter dem Titel Lumea veche si crestinismul (Antike Welt und Christentum) vorabgedruckt worden in Caiete Critice, Nr. 9-11, 1994, S. 33-41. Bogdan Radulescu hat über diesen Ausschnitt gesprochen in La religiosité cosmique de la Roumanie (Die kosmische Religiosität Rumäniens), Élements, Nr. 89, Juli 1997, S. 30-32.
(32) Ciubar Voda ist der längste von drei Essays, die in einem posthumen Band zusammengestellt wurden, von Alexandrina Lovinescu und Petru Bejan und mit einem Vorwort versehen von Stefan S. Gorovei: Vasile Lovinescu, Monarhul ascuns (permanenta si ocultare (Der verborgene Monarch (Anwesenheit und Verbergung)), Iasi: Institutul European, 1992. Die beiden anderen in dem Band gesammelten Essays sind Mitul monarhului ascuns (Der Mythos des verborgenen Monarchen), der die historische Gestalt des moldauischen Prinzen Stefan des Großen mit dem mythischen Archetypus des "verborgenen Königs" verbindet, und Frumoasa adormita (Die schlafende Schöne), über die "schlafenden Helden" der Mythen und Fabeln. Mitul monarhului ascuns wurde von mir selbst ins Italienische übersetzt: V. Lovinescu, Rex absconditus, Turin: Nino Aragno, 1999.
(33) Vasile Lovinescu, Ciubar Voda, in Monarhul ascuns, a.a.O., S. 88.
(34) Ebd., S. 92.
(35) Ders., Incantatia sîngelui (cîteva elemente esoterice din iconografia si literatura culta (Der Zauber des Blutes (einige esoterische Elemente entnommen der Ikonographie und gelehrten Literatur), hg. von Alexandrina Lovinescu und Petru Bejan, Iasi: Institutul European, 1993; ders., Mitul sfisiat (mesaje stravechi) (Der zerrissene Mythos (antike Mitteilungen)) ), hg. von Alexandrina Lovinescu und Petru Bejan, Iasi: Institutul European, 1993; ders., Steaua fara nume (Der Stern ohne Namen), hg. von R. Cristian, F. Mihaescu und D. Stanca, Bukarest: Rosmarin, 1994.
(36) Stefan Borbély, Un ezoteric: Vasile Lovinescu (Ein Esoteriker: Vasile Lovinescu), Apostrof, Jg. VI, Nr. 3-4 (58-59), 1995.
(37) F. Mihaescu und D. Stanca, O biografie spirituala: Vasile Lovinescu (Eine spirituelle Biographie: Vasile Lovinescu), Caiete Critice, Nr. 2 (39), Februar 1991, S. 19.
(38) Florin Mihaescu, Viata si opere, a.a.O., S. 30.
(39) Ministeriul de Interne. Inspectoratul Judeatan Suceava, Grupa de Securitate Falticeni, Nr. 0043392 din 03.06.1983 (Ministerium des Inneren. Inspektor des Bezirks von Suceava, Gruppe des Sicherheitsdienstes von Falticeni, Nr. 0043392 am 3. Juni 1983). Eine Kopie des Dokuments ist in unserem Besitz.
(40) Ministeriul de Interne. Departamentul Sec. Statului, Directia a II-a, Nr. 00101475 din 20.06.1983. Strict secret (Ministerium des Inneren. Abteilung Staatssicherheit a II-a, Nr. 00101475 am 20. Juni 1983. Streng geheim). Eine Kopie des Dokuments ist in unserem Besitz.
(41) Dan Stanca, Contemplatorul solitar, a.a.O., S. 146 f.
(42) Florin Mihaescu, Vorwort zu: Dacia hiperboreana, a.a.

Inserita il 22/11/2005 alle 18:43:17      Versione stampabile della notizia      Invia la notizia ad un amico